In vielen Haushalten in Nordrhein-Westfalen gehören Heim-/Haustiere zur Familie – ob Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen oder auch Vögel und Reptilien. Sie schenken Nähe, Freude und Gesellschaft, doch mit der Entscheidung für ein Tier übernimmt der Mensch auch eine große Verantwortung und zwar für das gesamte Leben des Tieres.
Aus Tierschutzsicht ist klar: Jedes Tier hat ein Recht auf artgerechte Haltung, Pflege, Zuwendung und Gesundheit. Das Tierschutzgesetz schreibt deutlich vor, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf.
Über einige Punkte sollte man sich daher schon vor der Adoption eines Haustieres Gedanken machen:
Überlegte Adoption
Tiere sind keine Geschenke und/oder Spielzeuge. Die Entscheidung, ein Tier bei sich aufzunehmen, muss gut überlegt und an den Lebensalltag angepasst sein. Es sollte außerdem gut recherchiert werden, welche Anlaufstellen seriös sind (Hyperlink zum Flyer „Illegaler Welpenhandel“) und ob man sich ausreichend zu der Tierart, die man adoptieren möchte, informiert hat. Es ist beispielsweise ein großer Irrglaube, dass Kaninchen einfach zu haltende und anspruchslose Haustiere für Kinder sind.
Artgerechte Haltung
Jedes Tier hat individuelle Bedürfnisse, z. B. an Ernährung, Bewegung, Sozialkontakt und Rückzugsräume, damit es sich wohl fühlt und gesund bleibt. Viele Tierarten brauchen größere Gehege und Rückzugsräume als man vielleicht vermutet, sind ggf. Futterspezialisten oder es halten sich hartnäckig Fehlinformationen zu Einzel- und Gruppenhaltungen. Katzen sind beispielsweise in der Regel keine Einzelgänger.
Tierärztliche Versorgung
Die Erhaltung der Gesundheit des Tieres und entsprechende Vorsorge, z. B. durch Impfungen, Wurmkuren, Kastration/Sterilisation oder Check-Up Untersuchungen sowie schnelle Hilfe bei Krankheit sind essenziell. Man sollte sein Haustier regelmäßig bei einer Tierärztin/einem Tierarzt vorstellen und diese/n auch zeitig bei Auffälligkeiten aufsuchen.
Keine Zucht auf Kosten des Tieres
Rassemerkmale dürfen nicht über das Wohl des Tieres gestellt werden. In den NRW-Tierheimen warten viele Tiere auf ein neues Zuhause, sollte man sich jedoch trotzdem für einen Besuch beim Züchter entscheiden, ist Acht darauf zu geben, dass es zahlreiche Qualzuchten gibt, die unter verschiedensten Erkrankungen, wie z. B. Atemnot oder Gelenkprobleme, leiden (Hyperlink zum Flyer „Qualzuchten“).
Schutz vor Aussetzung und Vernachlässigung
Bevor man ein Tier adoptiert, sollte man sich vor Augen führen, dass Lebenssituationen sich ändern können, welche Art von Urlaub man gerne macht, dass ein Tier ggf. krank wird, das mit Kosten verbunden sein kann und man den eigenen Alltag mit Tier ein Stück weit anpassen muss. Tiere dürfen nicht einfach „entsorgt“ werden, egal ob eigene Umstände mit dem Tier komplizierter werden oder es „nicht mehr passt“, das ist zum einen strafbar und zum anderen ethisch höchst verwerflich.
Tierschutz fängt im eigenen Zuhause an. Wer sich für ein Haustier entscheidet, sollte bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und zwar für viele Jahre, mit Fürsorge und Respekt. Denn jedes Tier zählt, egal ob groß oder klein, laut oder leise. Mit Herz, Wissen und Verantwortung können wir gemeinsam dafür sorgen, dass Haustiere in Nordrhein-Westfalen ein gutes und würdevolles Leben haben.
Tierheime, Tierschutzvereine sowie ehrenamtliche Tierschützerinnen und Tierschützer setzen sich tagtäglich praktisch für den Tierschutz und bessere Bedingungen für Tiere ein. Durch wenige Schritte kann jede und jeder dazu beitragen, die Tierheime zu entlasten und Tierschutz zu leben.
Tipp: Tierheime und Tierschützerinnen/Tierschützer stehen in der Regel mit Rat und Tat zur Seite, wenn man Fragen zum eigenen Haustier hat, sich unsicher ist oder ein Problem hat. Adoptiert man ein Tier aus dem Tierheim, wird man bereits im Rahmen des Adoptionsprozesses informiert. Natürlich steht das Büro der Landestierschutzbeauftragten auch für Fragen rund um den Tierschutz zur Verfügung.