Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit einer vielfältigen (Wild-)Tierwelt. Trotz der dichten Besiedelung bietet das Bundesland durch Wälder, Wiesen, Flüsse und städtische Grünflächen zahlreichen Wildtieren Lebensraum – vom Fuchs über das Reh bis hin zu selten gewordenen Arten wie dem Uhu oder der Wildkatze.
Doch Wildtiere geraten immer häufiger in Konflikt mit dem Menschen, unter anderem durch Lebensraumverlust, Straßenverkehr oder unsachgemäßen Umgang. Aus Tierschutzsicht steht fest: Wildtiere brauchen Schutz, Respekt und Ruhe. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Ökosystems und der Mensch trägt Verantwortung für das Wohlergehen dieser Tiere – auch und gerade dann, wenn sie in Not geraten. Ob ein verletzter Igel im Garten, ein möglicherweise verwaistes Wildtierjunges im Wald oder ein vermeintlich auffälliger Fuchs in der Stadt, guter Rat ist gefragt und dabei gilt:
Nicht jedes Tier braucht Hilfe, aber wenn, dann sollte sie fachgerecht und im Sinne des Tierschutzes sowie weiterer Vorschriften erfolgen.
Das bedeutet, dass Wildtiere nur dann aufgenommen werden dürfen, wenn sie wirklich hilfsbedürftig sind und sie nach der Genesung möglichst in ihre natürliche Umgebung zurückgeführt werden müssen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Tierschutzvereine, Pflegestellen und Auffangstationen, die sich auf die Betreuung und Wiederauswilderung von Wildtieren spezialisiert haben. Ihr Engagement ist unverzichtbar, ebenso wie Aufklärung und Sensibilisierung in der Bevölkerung.
Beim Umgang mit verletzten, kranken oder hilfsbedürftigen Wildtieren spielen daher Bildungskonzepte zur Aufklärung der Bevölkerung, aber auch zur Information und Schulung von Ordnungsbehörden eine wichtige Rolle. Da bei praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten nicht immer eine umfassende Expertise in der Behandlung von heimischen Wildtieren vorliegt, sind auch hier Fortbildungskonzepte begrüßenswert, um ein Netzwerk von Erstanlaufstellen zur medizinischen Versorgung von Wildtieren in Nordrhein-Westfalen zu schaffen.
Handlungsanweisungen und Informationen zum Umgang mit kranken, hilfsbedürftigen oder verwaisten Wildtieren wurden inhaltlich ausgearbeitet und für die Themenseite aufbereitet, sie bietet daher für die nachfolgend gelistete, jeweilige Tierart unmittelbar anwendbare, praktische Informationen und Handlungsanweisungen für den Fall eines Wildtierfundes und verweist auf den nächstgelegenen Ansprechpartner, die nächstgelegene Wildtierauffangstation oder die nächstgelegene wildtierkundige Tierärztin oder Tierarzt, indem die Postleitzahl der Fundstelle eingegeben werden kann.
Tierschutz bedeutet auch, Wildtieren mit Achtung zu begegnen und ihnen ein Leben in Freiheit zu ermöglichen, so ungestört wie möglich. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Nordrhein-Westfalen ein lebenswerter Ort bleibt, auch für seine wilden Bewohner.
[Texte Sybille Ehlers zu den verschiedenen Wildtieren]