12.05.2026 Wald Simulierter Ernstfall im Wald: Land übt Schutz vor potentieller Gefahr durch Schädlingsbefall Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz teilt mit: Einmal im Jahr simuliert das Team Wald- und Klimaschutz vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, der Einrichtung für Forschung und Wissenstransfer von Wald und Holz NRW, mit weiteren Partnern den möglichen Ausbruch eines Wald-Schädlings in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr steht der Eschenprachtkäfer im Fokus: Ein Käfer, der ursprünglich aus Asien stammt, aber durch seine Verschleppung weltweit inzwischen erhebliche Schäden an Eschen verursacht. Sein Auftreten in NRW würde unsere heimischen Eschen massiv bedrohen. Deshalb bereitet sich das Fachpersonal von Wald und Holz NRW gemeinsam mit Experten des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Übungen auf einen möglichen Schädlingsbefall vor. Ministerin Silke Gorißen: „Der Wald in Nordrhein-Westfalen bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen, liefert den Rohstoff Holz, schützt das Klima und ist für viele Menschen ein Ort der Erholung. Zugleich ist der Wald auch den globalen Folgen der Klimaveränderung ausgesetzt. Dazu gehört das Risiko der Ausbreitung von Käfern, die heimische Bäume schädigen. Regelmäßige Übungen unserer forstlichen Fachleute vor Gefahren durch invasive Insekten sind daher ein wichtiges Instrument des aktiven Waldschutzes.“ Übungscharakter steht im Vordergrund Einmal im Jahr bereitet sich das Team zusammen mit den Regionalforstämtern des Landes sowie weiteren Akteuren in einer Simulationsübung auf den potentiellen Ernstfall vor. Ziel ist es, die Maßnahmen aus dem Notfallplan des in Deutschland fachlich zuständigen Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen – das Julius-Kühn-Institut (JKI) – praxisnah zu testen, Abläufe zu optimieren und eine schnelle Reaktionsfähigkeit sicherzustellen. „In einer globalisierten Welt lässt sich trotz umfassender und proaktiver Schutzvorkehrungen nicht immer verhindern, dass sogenannte Quarantäneschadinsekten aus anderen Regionen unbeabsichtigt nach Nordrhein-Westfalen gelangen“, erklärt Thomas Wälter, Leiter Zentrum für Wald und Holzwirtschaft. „Da dies für unsere Wälder schwerwiegende Folgen haben kann, wollen und müssen wir auf einen solchen Ernstfall bestmöglich vorbereitet sein“, so Wälter. Agrilus planipennis – kein Käfer wie jeder andere Der Eschenprachtkäfer befällt in erster Linie Eschen, schädigt sie stark und bringt sie zum Absterben. Er gehört zur großen Gruppe der Prachtkäfer. Weltweit kommen etwa 15.000 Prachtkäferarten vor, in Deutschland rund 100. Da sich die verschiedenen Prachtkäferarten selbst, und vor allem die Merkmale eines Befalls, kaum voneinander unterscheiden, ist für den sicheren Nachweis einer bestimmten Art immer die Bestimmung durch ein spezialisiertes Labor notwendig. Allerdings sind die einzelnen Arten relativ eng an einen bestimmten Lebensraum, also eine bestimmte Baumart, gebunden. Werden also Merkmale eines Prachtkäferbefalls an Eschen gefunden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um Agrilus planipennis handeln könnte, relativ groß. Auf Quarantäneschädlinge vorbereitet zu sein ist aktiver Waldschutz Die europäische Kommission hat den Eschenprachtkäfer als einen Prioritären Unionsquarantäneschädling eingestuft. Für diese Schädlinge werden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen (EU-VO 2016/2031 Artikel 17), da besonders schwerwiegende wirtschaftliche, soziale oder ökologische Schäden bei ihrer Ausbreitung erwartet werden. Derzeit gibt es 20 Prioritäre Schädlinge. Für Prioritäre Unionsquarantäneschädlinge erstellt das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen – das Julius-Kühn-Institut (JKI) – sogenannte Rahmen-Notfallpläne. Tritt beispielsweise der Eschenprachtkäfer nachweislich im Wald in NRW auf, ist der Pflanzengesundheitsdienst von Wald und Holz NRW Ansprechpartner. Der für den Wald in NRW und forstliche Erzeugnisse zuständige Pflanzengesundheitsdienst ist Teil des Teams Wald- und Klimaschutz im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft, der Einrichtung für Forschung und Wissenstransfer von Wald und Holz NRW. Artikel teilen: